Freiburger Aufruf für einen feministischen und Frauenstreik

Wir rufen am 8. März, dem internationalen feministischen Kampftag alle Frauen und queeren Menschen in Freiburg zum Streik auf!
Egal ob wir bezahlt oder unbezahlt Sorgearbeit leisten, wir wollen solidarisch füreinander einstehen!

Unsere tägliche Arbeit hält nicht erst seit der Covid-Pandemie unter prekären Bedingungen die Gesellschaft am Laufen. Kindererziehung, emotionale Fürsorge von Freund*innen und Familie, Hausarbeit oder die Pflege von Angehörigen. Zuhause, aber auch in der KiTa, im Krankenhaus, im Altersheim oder der Assistenz werden Berufe hauptsächlich von uns Frauen und queeren Menschen (83%) ausgeführt, besonders von migrantisierten Frauen unter uns, die oft unter noch prekäreren Bedingungen arbeiten. Es fehlt zunehmend an Personal, Zeit, Material und geeigneten Räumen, um uns angemessen um andere zu kümmern. Und nachdem wir uns unser Leben lang um Menschen gekümmert haben, leben wir in der Regel in Altersarmut. Wir kommen an unsere körperlichen und psychischen Grenzen und bekommen nicht genug Anerkennung, soziale Absicherung und Entlohnung. Deshalb streiken wir, gemeinsam als Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst und als solidarische Nutzer*innen.

Doch nicht nur unsere Arbeitsbedingungen sind problematisch. Wir haben in Freiburg massive Versorgungslücken im sozialen Bereich. Es fehlen Plätze in Frauenhäusern und psychologische Beratungsstellen. Es fehlen Orte, an denen wir als queere und/oder als von rassismusbetroffene Menschen füreinander sorgen können. Unsere Stadt und der öffentliche Nahverkehr ist in keinster Weise barrierefrei und teuer. Es gibt viel zu wenig Plätze in kommunalen KiTas und einen massiven Personalmangel. Es gibt keinerlei unterstützende Anlaufstellen für pflegende Angehörige und meist illegalisierte 24 Stunden-Pfleger*innen. Der Wohnungsmarkt und die mangelnde Sozialpolitik der Stadt Freiburg stellen eine massive Belastung für alle dar, die sich um andere sorgen und für diejenigen, die auf Sorge angewiesen sind. Viele von uns können sich mit den geringen Löhnen im sozialen Bereich die absurd hohen Freiburger Mieten nicht mehr leisten. Und erst recht nicht unsere Klient*innen, die oft in noch ungesicherteren Verhältnissen leben.

Deshalb kämpfen wir für einen politischen Wandel in unserer Stadt und darüber hinaus. Wir wollen einen Fokus der Stadtverwaltung: auf d​en Ausbau von Strukturen für unbezahlte und bezahlte Sorgearbeit die Entlastung für diejenigen, die sie leisten und in Anspruch nehmen. Wir wollen in einer Stadt leben, die sich an den Bedürfnissen ihrer Bewohner*innen und nicht an Profitinteressen orientiert!

  • Wir fordern die Stadt Freiburg auf, die Tariferhöhungen aus dem Jahr 2021 an die freien Sozialen Träger auszubezahlen!
  • Wir fordern die Stadt Freiburg auf, die Forderungen der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst anzuerkennen und für einen positiven Ausgang der Tarifverhandlungen zu sorgen!
  • Wir fordern einen Fokus auf den Ausbau des sozialen Wohnungsmarktes und die Enteignung von Immobilienkonzernen wie Unmüßig, Sauer, Vonovia & Co!
  • Wir fordern den Ausbau von sozialen Einrichtungen und Beratungsstellen, insbesondere zum Schutz und zur Unterstützung von Mädchen, Frauen und queeren Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.
  • Wir fordern den Ausbau von Gewaltprävention, die sich an Jungen und Männer richtet!
  • Wir fordern die Entprivatisierung und Kommunalisierung von Freiburger Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen!
  • Wir fordern kostenfreien öffentlichen Nahverkehr!
  • Wir fordern Zugang zu politischer Mitbestimmung, Gesundheitsversorgung, Wohnraum, Bildung und Arbeit, für alle Freiburger*innen unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus!

Wir wollen euch, als Eltern, Bezugspersonen, als häuslich Pflegende, als Nutzer*innen von sozialen Einrichtungen einladen die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst zu unterstützen. Streik tut weh, das wissen wir. Bitte drückt trotzdem öffentlich euren Zuspruch aus. Und auch wenn ihr persönlich betroffen seid, harrt den Tarifstreik gemeinsam und solidarisch aus. Schreibt euch wenn möglich krank oder organisiert z.B. in der Nachbarschaft kollektive Kinderbetreuung. Geht mit uns auf die Straße.

Langfristig müssen wir uns auf einen feministischen Generalstreik vorbereiten. Weltweit und historisch gingen feministische Kämpfe immer gesellschaftlichen Umbrüchen voraus – gerade sehen wir dies in den autonomen Gebieten der Zapatistas oder in Kurdisten, in Anfängen auch in Argentinien und Chile. Wenn wir die Verhältnisse tatsächlich ändern wollen, müssen wir uns als Frauen und queere Menschen die Straße nehmen, streiken und die Welt zum Stillstand bringen. Wir wollen eine Anerkennung von häuslicher Sorgearbeit als Arbeit, die Umverteilung von Arbeit und Reichtum und mehr Zeit für uns und unsere Liebsten.

Lasst uns gemeinsam am 8. März im Haushalt und am Erwerbsarbeitsplatz in den Streik treten!

Bundesweiter Aufruf

Anmerkung: Wir sind ein Zusammenschluss verschiedener feministischer Streikgruppen und -bündnisse, die sich deutschlandweit vernetzen und vor Ort jeweils eigenständig arbeiten. Zwischen uns herrscht nicht in allen inhaltlichen und politischen Punkten Einigkeit. Das drückt sich in diesem Aufruf dadurch aus, dass an manchen Stellen unterschiedliche Begriffe oder Formulierungen nebeneinander stehen gelassen werden.

Überlastet, ungesehen, un(ter)bezahlt. Wir streiken! Gemeinsam gegen Patriarchat und Kapitalismus

Wir rufen am 8. März, dem internationalen feministischen Kampftag / Frauenkampftag / Frauen*kampftag / Kampftag für Frauen und Queers zum feministischen Streik auf!

Wir sind Frauen / Frauen* / FLINTA* (Frauen, Lesben, inter, nichtbinäre, trans und agender Menschen). Wir leisten einen Großteil der unbezahlten Arbeit im Privaten, verdienen weniger Geld, sind häufiger von Altersarmut betroffen und Gewalt gegen uns steigt seit Jahren. Dazu  gibt es historisch gewachsene gesellschaftliche Strukturen wie Rassismus und die Klassengesellschaft, von denen viele von uns mehrfach unterdrückt werden. Dazu befinden wir uns in einer tödlichen Klimakrise, rassistische Gewalt in Deutschland nimmt zu, Europas Grenzregime werden immer brutaler, antisemitischer Hass erfährt neuen Aufwind und neoliberale Politik sorgt für stagnierende Löhne, marode Schulen und das Streichen öffentlicher Sozialleistungen, während Mieten und Preise für den alltäglichen Konsum steigen. So kann es nicht weitergehen!

Um uns gegen diese Verhältnisse zur Wehr zu setzen und ökonomischen sowie gesellschaftlichen Druck aufzubauen, braucht es einen feministischen Streik! Weltweit kämpfen Feminist*innen für eine bessere Welt und legen gemeinsam ihre Arbeit nieder. Macht euch mit uns auf den Weg zum feministischen Generalstreik für eine solidarische Gesellschaft. 

Überlastet, ungesehen, un(ter)bezahlt

Unsere Arbeit hält nicht erst seit der Covid-Pandemie unter prekärsten Bedingungen die Gesellschaft am Laufen. Kindererziehung, emotionale Fürsorge von Freund*innen und Familie, Hausarbeit oder die Pflege von Angehörigen erledigen im Privaten vor allem wir. Auch in der Kita, im Krankenhaus, im Altersheim oder der Assistenz werden Berufe hauptsächlich von uns ausgeführt, besonders von den migrantisierten Frauen / Frauen* / FLINTA* unter uns, die oft unter noch prekäreren Bedingungen arbeiten. Es fehlt zunehmend an Personal, Zeit, Material und geeigneten Räumen, um uns angemessen um die Menschen zu kümmern. Wir kommen an unsere körperlichen und psychischen Grenzen und bekommen nicht genug Sichtbarkeit, Anerkennung und Entlohnung.

Feministisch streiken!

Dieses Jahr werden wir bundesweit am 8. März einen feministischen Streik organisieren. Wir wollen die unbezahlte Sorgearbeit, die wir täglich leisten, niederlegen und gemeinsam mit Beschäftigten in Kitas, Einrichtungen für be_hinderte Menschen und anderen sozialen Einrichtungen für bessere Arbeitsbedingungen kämpfen. In diesen Berufen sind über 80% der Beschäftigten Frauen / Frauen* / FLINTA* und viele Aktivist*innen unserer Gruppen und Bündnisse sind dort selbst tätig. Doch die Belastung in diesen Berufen bekommen nicht nur die Beschäftigten zu spüren, sondern auch alle, die zuhause Sorgearbeit leisten, denn sie springen ein, wenn die Kita aufgrund von Personalmangel früher schließt, Angehörige keine Assistenz bekommen oder es keine Soziale Arbeit an der Schule gibt. Schlussendlich gehen gute Bedingungen in diesen Berufen uns alle etwas an, denn jede*r braucht früher oder später Hilfe und Unterstützung, egal ob im Krankheitsfall, im Alltag oder im Alter.

Gemeinsam gegen Patriarchat und Kapitalismus

Diese schlechten Bedingungen haben System: Kapitalistische Gesellschaften brauchen die Unterdrückung und Ausbeutung von Frauen / Frauen* / FLINTA* um reproduktive Arbeiten billig zu halten. Dabei werden Zeit und Mittel für Sorgearbeit (ob unsichtbar unbezahlt zu Hause oder unterbezahlt im Beruf) so weit reduziert, dass diese Arbeit nicht mehr dazu dienen kann, dass es den Menschen wirklich gut geht, sondern nur dazu, Menschen ausreichend fähig für den Arbeitsmarkt zu halten und lohnarbeitsunfähigen Menschen gerade so ein Überleben zu sichern. Darunter leiden Kinder, Patient*innen, Klient*innen sowie deren Angehörige, und natürlich die Beschäftigten, die systematisch ausgebeutet und bis über’s Limit überlastet werden.

Wehren wir uns gegen diese Verhältnisse! Lasst uns am 8. März gemeinsam unsere Arbeit niederlegen und auf die Straße gehen! Für uns selbst und in Solidarität mit allen anderen Menschen, die unter patriarchalen, rassistischen und kapitalistischen Strukturen leiden!

Unsere Befreiung können wir uns nur selbst erkämpfen und wir können es nur gemeinsam tun. Organisieren wir uns, um der kapitalistischen Vereinzelung die Stirn zu bieten und zu zeigen, dass wir viele sind! Dabei kämpfen wir für mehr als einen ausgeglichenen Beitrag zur Sorgearbeit zwischen den Geschlechtern oder bessere Löhne für bezahlte Sorgearbeit. Wir kämpfen gegen patriarchale und rassistische Gewalt und für eine Veränderung hin zu einer Gesellschaft, in der gegenseitige Fürsorge und Anerkennung im Mittelpunkt stehen. Wir kämpfen dafür, dass wir ein selbstbestimmtes und sicheres Leben in einer solidarischen Gesellschaft führen können.

Lasst uns gemeinsam streiken!



Aufruf zum Streik 2021

Die Krise steckt im System – Zusammen gegen Patriarchat und Kapitalismus!

Wir wollen einen bundesweiten Feministischen & Frauen*streik am 8. März 2021. Wir legen unsere bezahlte und unbezahlte Arbeit (z.B. Haus- und Sorgearbeit) nieder, um deutlich zu machen, dass wir selbst darüber bestimmen wollen, wie diese Gesellschaft organisiert ist.

Während der Corona-Pandemie hat sich sehr deutlich gezeigt: die Interessen von Frauen* und queeren Personen finden gesamtgesellschaftlich keine Beachtung. Auch wurde in dieser aktuellen Krise deutlich, dass vor allem Frauen* und queere Personen in gesellschaftlich relevanten Arbeitsbereichen tätig sind, und besonders von Migrant*innen oder migrantisierten Personen übernommen werden. Bereiche wie die öffentliche Versorgung mit Lebensmitteln, die bezahlte und unbezahlte Pflege sowie alle Bereiche im Gesundheitswesen, sei es die Krankenversorgung oder die Reinigung, die Betreuung von Kindern in Kitas, Kindergärten oder zu Hause, Kinder- und Jugendarbeit und soziale Beratungstätigkeiten, sie alle erfahren gesellschaftlich zu wenig finanzielle Anerkennung.  Auch der Bedarf an mehr Personal und besseren Arbeitsbedingungen wird einfach übergangen. Seit Jahrzehnten wird von Beschäftigten für Anerkennung, eine entsprechende Entlohnung und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen gekämpft und auch in diesem Jahr stehen wieder Streiks im Sozial- und Erziehungsbereich an. Jetzt streiken auch wir, damit sich etwas verändert!

In der Pandemie sind nicht alle gleich, auch das hat sich gezeigt. Die Sterblichkeit bei Schwarzen Frauen*, Frauen* of Color und armen Personen ist in der aktuellen Pandemie um ein Vielfaches höher – das wird ignoriert. Der Arbeitsbereich der Sexarbeit wurde in der Pandemie, ohne mit der Wimper zu zucken, komplett verboten und hat damit viele queere Personen und Frauen* in noch unsichere wirtschaftliche Situationen gebracht. Die Belastungen für Mütter und Alleinerziehende werden bis heute bei der Verabschiedung von Maßnahmen nicht mitgedacht. Obwohl seit Monaten darauf hingewiesen wird, dass geflüchtete Menschen endlich dezentral in eigenen Wohnungen untergebracht werden müssen, weil die Infektionsgefahr in Massenunterkünften enorm hoch ist, bewegt sich an dieser Stelle nichts. Geschweige denn, was die Evakuierung von Lagern an den europäischen Grenzen angeht, an denen die Menschen nicht nur in der Gefahr allein gelassen, sondern ganz bewusst und gewaltsam von den europäischen Zentren unter menschenunwürdigen Bedingungen ferngehalten werden. Menschen in Pflege- und Altenheimen sowie kranke Menschen werden isoliert und in die Vereinsamung getrieben. Und auch die Sicherheit und Interessen von Kindern und Jugendlichen werden bei der Entscheidung von Maßnahmen nicht ausreichend berücksichtigt. Außerdem nimmt häusliche und sexualisierte Gewalt, sowie die Zahl der Feminizide (die Ermordung von queeren Personen und Frauen*) in Zeiten des Lockdowns stark zu, ohne große Beachtung zu finden. Dabei ist ein großes Problem, dass sichere Räume in der Corona-Pandemie nicht mehr so leicht zugänglich sind, denn nicht für alle ist das Zuhause ein sicherer Ort.

Von uns wird erwartet, dass wir uns in allen Bereichen unseres individuellen und privaten Lebens zurücknehmen, dass wir Verständnis haben. Viele von uns sind in den letzten Monaten massiv vereinsamt und haben psychische Probleme entwickelt, auch weil es innerhalb dieses Systems üblich ist, dass wir Probleme für uns allein lösen. Viele haben ihren Arbeitsplatz verloren, stehen vor großen existenziellen Unsicherheiten und fragen sich nun, wie es weiter gehen soll. Während Unternehmen in westlichen Gesellschaften weiterhin Milliarden von Euro Profit erwirtschaften und Aktienbesitzer*innen Gewinnanteile ausschütten, stehen viele von uns vor existenziellen Krisen. Gleichzeitig wird von uns erwartet, dass wir trotz der Infektionsgefahren weiterhin in unseren Betrieben arbeiten gehen, damit das kapitalistische Wirtschaftssystem nicht den Bach runtergeht. Die Art und Weise wie unsere Gesellschaft organisiert ist, kann immer nur Gewinnende und Verlierende hervorbringen, wobei die Interessen von uns – Frauen*, Arbeiter*innen, Müttern, Alleinerziehenden, Migrant*innen und migrantisierten Menschen, Arbeitslosen, Wohnungslosen, Menschen auf der Flucht, Kindern und Jugendlichen, Alten, Kranken, Pflegebedürftigen, Menschen mit Behinderungen, Schwarzen Frauen* und Frauen* of Color, Trans*, Inter* und queeren Personen – immer zweitrangig sein werden, wenn wir nicht beginnen, diese Gesellschaft umzukrempeln! Unsere Leben und unsere Bedürfnisse müssen endlich über den Interessen der Wirtschaft stehen.

So unterschiedlich wir als Personen auch sind, und so unterschiedlich unsere Lebenslagen wohl aussehen, zeigen diese Beispiele doch sehr deutlich, dass wir gemeinsam etwas zu gewinnen haben, wenn wir uns zusammenschließen!

Und deshalb wollen wir am 8. März 2021 auf vielfältige Weise in den Streik treten!
Jetzt erst recht!

* Wir streiken, weil Streik Alltägliches sichtbar macht, gewohnte Vorgänge stocken, unterbrochen werden oder nicht funktionieren – und damit unbequem werden!

 * So soll Streik sichtbar machen, wer und unter welchen Bedingungen normalerweise die Arbeit verrichtet, die wir niederlegen werden!

* Der Streik soll eine Debatte darüber auslösen, wer in Beziehungen, Familien und der gesamten Gesellschaft welche Tätigkeiten ausübt – und wie spezifische Belastungen von Frauen* und queeren Personen aussehen!

 * Streik kann im häuslichen Rahmen oder durch die Niederlegung der bezahlten Arbeit stattfinden!

 * Im Kapitalismus ist Streik das einzige Medium, das wirklich weh tut, ökonomisch schadet und somit Druck ausübt. Wir begnügen uns nicht weiter mit Aktionen und Demos, sondern werden durch Streik zeigen, wie ernst wir unsere Forderungen meinen!

* Streik ist die einzige Lösung! Unser langfristiges Ziel ist die Etablierung des politischen Streiks in Deutschland!

Aktuelle Informationen zum 8. März 2021 findet ihr hier:

Für Freiburg: https://fstreikfreiburg.wordpress.com/
Bundesweit: https://frauenstreik.org/

AUFRUF ZUM STREIK 2020

Aufruf zum Feministischen und Frauen-Streik am 8. März 2020 für Freiburg und Umgebung „Wir streiken auch sonntags – because we care!“ Wenn wir die Arbeiten niederlegen, steht die Welt still! Raus zum Feministischen und Frauen-Streik am 8. März!


Auch dieses Jahr rufen wir als Freiburger Streikkomitee alle Frauen, Lesben, Inter-,
Nonbinary* und Trans-Personen (FLINT) dazu auf, am 8. März 2020 zu streiken und
gegen die Ausbeutung weiblicher* Arbeit und gegen sexualisierte Gewalt zu kämpfen!
Seit über 100 Jahren gehen am 8. März, dem Internationalen Frauenkampftag, Frauen
und Queers gegen sexistische Ausbeutung, Unterdrückung und Gewalt auf die Straße.
Seit einigen Jahren rufen nun feministische Bewegungen weltweit für diesen Tag zum
Streik auf: Denn wenn wir streiken, dann steht die Welt still.

Dieses Jahr ist der 8. März ein Sonntag – was für uns heißt: Wir streiken erst recht!
Denn gerade die Arbeit, die typischerweise vor allem von Frauen* verrichtet wird, muss
auch am Wochenende erledigt werden, wenn andere frei haben.

Das Private ist politisch!
Das betrifft vor allem Care-Arbeit, also Sorgearbeiten, wie die Pflege von Menschen, die
Erziehung und Betreuung von Kindern sowie alle reproduktiven Arbeiten wie Putzen,
Kochen oder das Organisieren des Alltags zu Hause.
All diese Tätigkeiten sind notwendig dafür, dass Menschen leben und am nächsten Tag
wieder zur Arbeit gehen können. Dennoch ist Care-Arbeit wenig sichtbar, wenig
wertgeschätzt und gar nicht oder schlecht bezahlt: Frauen* und Mädchen* leisten weltweit
täglich mehr als 12 Milliarden Stunden unbezahlte Care-Arbeit1. Unser Monatsgehalt
müsste viel höher sein, würde es die tatsächlichen Lebenserhaltungskosten mit
Ausbezahlung aller Arbeit decken. Arbeitgeberinnen profitieren somit von der Abwertung und Prekarisierung dieser Tätigkeiten, die Frauen zugeschrieben werden. Obwohl die
kapitalistischen Gesellschaften also auf Care-Arbeit angewiesen sind, wird nur produktive
Lohnarbeit, durch die Profit erwirtschaftet wird, als ‚wertvolle Arbeit‘ anerkannt.
Care-Arbeit soll möglichst kostengünstig sein – und wird deshalb wie im eigenen Haushalt
entweder gar nicht bezahlt oder findet in fremden Haushalten unter prekären
Arbeitsbedingungen oder in illegalisierten Arbeitsverhältnissen statt. Reproduktive und
Care-Arbeit wird hauptsächlich von Frauen* verrichtet, was durch naturalisierende
Zuschreibungen als typisch ‚weibliche‘ Aufgaben und Eigenschaften gerechtfertigt wird:
Frauen* würden sich besonders gut und gerne um andere kümmern, seien emotional und
sozial veranlagt und würden gerne Hilfsbedürftige unterstützen. Das betrifft besonders
Frauen* mit Migrationsgeschichte und durch Rassismus diskriminierte Frauen, die in besonders hohem Maße in prekären Care-Arbeits-Sektoren tätig sind. Denn schlechte Arbeitsbedingungen bedeuten auch Überlastung und Auslagerung an migrantische Arbeitskräfte. Aktuell haben wir in der BRD einen Pflegenotstand in Altersheimen und Krankenhäusern: Patientinnen können nicht richtig versorgt werden und Pflegekräfte sind durch ihre Arbeitsbedingungen überlastet. Die Regierung versucht unter großem Aufwand, Fachkräfte aus dem Ausland zu rekrutieren. Diese Auslagerung von Pflegearbeit auf Migrantinnen steht einer rassistischen Migrationspolitik gegenüber: Täglich finden Abschiebungen statt, begründet durch eine Migrationspolitik, die sich auf die Verteidigung eines funktionierenden Wohlfahrts-/Sozialstaats beruft. Wenn wir sonntags arbeiten, dann streiken wir auch sonntags! Ni una menos! Gegen jede Form von Gewalt an Frauen und Queers!

Ökonomische Abhängigkeit und ein Wirtschaftssystem, das von der Ausbeutung von
sogenannter weiblicher* Arbeit profitiert, bedeuten ein hohes Risiko für Frauen* und
Queers: Sexismus und sexualisierte Gewalt haben sich fest in gesellschaftliche Strukturen
eingeschrieben. Wir leben in einem Gesellschaftssystem, dessen Strukturen Frauen*
krank machen und töten!

Gewaltvoll sind die Verhältnisse zum einen insofern, als dass Frauen* in besonderem
Maße von körperlichen und psychischen Krankheiten durch Über- und Mehrfachbelastungen betroffen sind. Sei es in Lohnarbeitsverhältnissen mit schlechten Arbeitsbedingungen oder durch die Doppelbelastung durch Arbeit und Pflege zu Hause. Vor allem aber sind Frauen* – in allen Lebensbereichen – mit Situationen konfrontiert, in denen sie* nicht wie Personen, sondern wie Objekte behandelt werden. Das äußert sich in frauenverachtenden Handlungen, in den alltäglichen Erfahrung sexueller und körperlicher Gewalt gegen Frauen: 40% der Frauen* haben seit ihrem 16. Lebensjahr körperliche und / oder sexuelle Gewalt erlebt2.

Vergeschlechtlichte Gewalt erfahren nicht nur Frauen, sondern auch Queers, insbesondere Inter– und Trans-Personen. Die Arbeitslosigkeit von Trans-Personen ist besonders hoch; in einigen europäischen Ländern betrifft sie bis zu 50%3. Queere Menschen erleben außerdem besonders häufig gewalttätige Übergriffe. EU-weit gaben mehr als 50% der befragten Trans-Personen an, in den vergangenen 12 Monaten wegen ihres Trans-Seins diskriminiert und belästigt worden zu sein4. Diese gewaltvolle Aufrechterhaltung einer binären Geschlechterordnung steht im Zusammenhang mit der Ausbeutung spezifisch weiblicher* Arbeit.

Die größte Gefährdung von sexualisierter und körperlicher Gewalt besteht für
Frauen* im eigenen Haushalt und sozialen Nahkreis. Jede vierte Frau* hat Gewalt
durch ihre* (Ex-)Beziehungspartner erlebt, allein 2018 wurden 114.000 Fälle zur Anzeige
gebracht5. Die psychische und körperliche Gewalt steht in direktem Zusammenhang mit
der gesellschaftlichen Ausbeutung weiblicher* Arbeit.
Denn durch die ökonomische und emotionale Abhängigkeit, in der Frauen* häufig zu
ihren* (Ehe-)Partnern, in der Regeln Männer, stehen, sind sie* Gewalt im häuslichen
Bereich besonders ausgeliefert. Gleichzeitig erschwert die ökonomische Abhängigkeit die

Möglichkeit der Frauen, sich zu trennen und aus den gewaltvollen Beziehungen zu entkommen. Femizid, die Tötung von Frauen aufgrund ihres* Frau-Seins, ist die Zuspitzung von Gewalthandlungen gegen Frauen und steht in Verbindung mit den ökonomischen und
strukturellen Bedingungen der Gesellschaft. 2018 wurden 122 Frauen* in Deutschland von
ihren (Ex-)Partnern ermordet6. Diese Morde werden als sogenannte ‚Familientragödien‘
als Taten einzelner verharmlost und entpolitisiert, was den Zusammenhang mit den
systematischen patriarchalen Gewaltverhältnissen verdeckt.

Am 8. März werden wir streiken!
Damit wollen wir die sozialen Kämpfe um die gesellschaftliche Organisation von
reproduktiver und Care-Tätigkeiten und gegen die Ausbeutung weiblicher* Arbeit führen!
Denn durch die Doppelbelastung von Lohnarbeit und Hausarbeit ist eine Vollzeitanstellung
für viele Frauen* nicht möglich. Ergebnis ist, dass sie* durch Teilzeitarbeit und Tätigkeit in
meist zudem schlecht bezahlten Berufsfeldern über weniger finanzielle Ressourcen
verfügen und stärker von (Alters-)Armut betroffen sind.
Weiterhin wollen wir auf den Zusammenhang zwischen der Ausbeutung weiblicher* Arbeit
und ökonomischer Abhängigkeit einerseits sowie struktureller und sexualisierter Gewalt an
Frauen* und Queers andererseits aufmerksam machen und gemeinsam eine solidarische
Gesellschaftsordnung erschaffen!

Warum Streik?

  • Wir streiken, weil Streik Alltägliches sichtbar macht, da gewohnte Vorgänge
    stocken, unterbrochen werden, nicht funktionieren – und damit unbequem werden!
  • So soll Streik sichtbar machen, wer und unter welchen Bedingungen normalerweise
    die Arbeit verrichtet, die wir niederlegen werden!
  • Streiken dient der Reflexion und Diskussion darüber, wer in Beziehungen, Familien
    und der Gesellschaft welche Tätigkeiten ausübt – und wie spezifische Belastungen
    von Frauen* aussehen!
  • Im Kapitalismus ist Streik das einzige Medium, das wirklich weh tut, ökonomisch
    schadet und somit Druck ausübt. Wir begnügen uns nicht weiter mit Aktionen und
    Demos, sondern werden durch Streik zeigen, wie ernst wir unsere Forderungen
    meinen!
  • Deshalb ist Streik die einzige Lösung! Wir wollen massenhaften Regelübertritt!
  • Langfristiges Ziel ist die Etablierung des politischen Streiks!

    Wir wollen…

    …die Umverteilung von Haus- und Pflegearbeit zwischen den Geschlechtern!
    …eine massive Anhebung der Bezahlung in sozialen und pflegerischen und anderen
    typische ‚weiblichen‘ Berufen, die Verbesserung der Arbeitsbedingungen, das Ende von
    Befristungen/Leih- und Zeitarbeit!
    …dass Care-Tätigkeiten den Bedürfnissen der Menschen angepasst werden!
    …Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich! Mehr Zeit für Beziehungen, mehr Zeit
    für Politisches, mehr Zeit für uns!
    …Beziehungsverhältnisse aus der privaten Unsichtbarkeit zu holen! Das Private ist
    politisch!
    …die klare Benennung von Femiziden in Öffentlichkeit und Medien!
    …eine solidarische und selbstbestimmte Gesellschaft!
    Hinaus zum Feministischen und Frauen-Streik am 8. März 2020!
    Alle FLINT* (Frauen*, Lesben, Inter*, Non-Binary, Trans*) laden wir herzlich dazu ein, zu unseren Bündnistreffen zu kommen und am 8.
    März (mit uns) zu streiken!

Quellen:
1 https://www.oxfam.de/ueber-uns/aktuelles/oxfams-studie-sozialer-ungleichheit-12-milliarden-stunden-arbeit-ohne-bezahlt
2 https://www.frauen-gegen-gewalt.de/de/gewalt-gegen-frauen-merkmale-und-tatsachen.html
3 http://www.transinterqueer.org/download/Publikationen/benachteiligung_von_trans_personen_insbesondere_im_arbeitsleben.pdf
4 https://fra.europa.eu/en/publication/2014/being-trans-eu-comparative-analysis-eu-lgbt-survey-data
5 https://www.frauen-gegen-gewalt.de/de/haeusliche-gewalt-was-ist-haeusliche-gewalt.html

6 https://frauenrechte.de/unsere-arbeit/themen/haeusliche-und-sexualisierte-gewalt/aktuelles/4154-der-horror-hinter-geschlossentueren-
erschreckende-zahlen-zur-partnerschaftsgewalt-in-deutschland

AUFRUF 2019


„Wenn wir die Arbeit niederlegen, steht die Welt still.“

Am 8. März ist Internationaler Frauenkampftag. Schon seit über 100 Jahren streiken, streiten und kämpfen wir für unsere Rechte und gegen jede Unterdrückung. Über die Welt breitet sich eine Bewegung von streikenden Frauen und Queers* aus, von Polen bis Argentinien, von New York bis Hongkong, von Spanien über Nigeria bis Australien.

Auch wir in Freiburg sehen Grund zum Streik und sagen: Es reicht! Lasst uns am 8. März zusammen streiken!

Wir wollen uns verbinden, uns austauschen, Utopien entwickeln und wir wollen streiken!

Bundesweiter Aufruf

Am 8. März ist Internationaler Frauenkampftag. Schon seit über 100 Jahren streiken, streiten und kämpfen wir für unsere Rechte und gegen jede Unterdrückung. Über die Welt breitet sich eine Bewegung von streikenden Frauen und Queers* aus, von Polen bis Argentinien, von New York bis Hongkong, von Spanien über Nigeria bis Australien. Auch wir sehen Grund zum Streik und sagen: Es reicht! Lasst uns am 8. März zusammen streiken!

Ständig werden wir diskriminiert, unterdrückt und ausgebeutet. Wir werden tagtäglich mit verletzenden Witzen, Kommentaren, Übergriffen und körperlicher Gewalt klein gemacht. Unsere Arbeit wird geringgeschätzt und noch immer verdienen Frauen in Deutschland im Schnitt 22% weniger als Männer. Nicht nur das, zu Hause übernehmen wir unzählige Stunden an Erziehungs-, Haushalts- und Pflegearbeit. Manche von uns tun dies auch schlecht bezahlt im Zuhause anderer. Für Familie, Freund*innen, Partner*innen und Kolleg*innen leisten wir oft emotionale Unterstützung. Im Alter kommen wir mit unserer Rente kaum oder gar nicht über die Runden. So verschieden wir sind, wir sind alle Arbeiterinnen*, weil wir arbeiten müssen – egal ob wir mit dem Kugelschreiber, dem Schraubenschlüssel, dem Computer oder dem Besen in der Hand arbeiten, ob wir dafür einen Lohn bekommen oder nicht. Es wird von uns erwartet, dass wir diese Arbeit klaglos, unbeachtet und wie selbstverständlich mit einem Lächeln erledigen. Wir lassen uns das nicht länger gefallen! Wir streiken!

Wir wollen streiken,

… weil wir in einer Welt leben wollen, in der jede Arbeit wertgeschätzt wird.

… weil wir uns nicht länger ausbeuten lassen, weder zu Hause, noch auf der Lohnarbeit.

… weil unsere Zeit uns gehört und wir selbst bestimmen wollen, wann und wie wir arbeiten.

… weil wir das Ende des Pflegenotstands, des Mangels an kostenloser Kinderbetreuung, die Aufwertung der Hebammen- und der Reinigungsarbeit verlangen.

… weil wir nicht länger zulassen, dass schlecht bezahlte Arbeiten auf Frauen und Queers* in unsicheren und rechtlosen Verhältnissen abgewälzt werden.

… weil wir selbst über unsere Körper bestimmen wollen und ob und wann wir schwanger werden oder wann wir eine ungewollte Schwangerschaft beenden.

… weil wir keine starre Einteilung in Frau und Mann brauchen, sondern eine Anerkennung und Geschlechtergerechtigkeit für trans-Männer, -Frauen, nicht-binäre und Interpersonen.

… weil wir selbst entscheiden wollen, wen wir lieben, ob, wann und mit wem wir Sex haben.

… weil wir wollen, dass keine von uns abgewertet oder kriminalisiert wird, weil sie für Sex Geld nimmt.

… weil wir uns nicht länger vorschreiben lassen, was oder wen wir schön finden, wie wir auszusehen oder uns zu kleiden haben.

… weil wir so zusammenleben wollen, dass niemand behindert wird.

… weil wir nicht länger hinnehmen werden, dass Frauen und Queers* sexuelle Übergriffe erleiden oder ermordet werden.

… weil wir klar machen wollen, dass Gewalt nicht erst bei Schlägen anfängt, sondern bei verbalen Verletzungen, Bevormundungen jeglicher Art oder Isolierung von der Außenwelt.

… weil wir keinen Schutz vor Männern brauchen, sondern ein Ende jeder Gewalt. Jeder Angriff auf eine Frau ist ein Angriff auf uns alle!

… weil wir nicht länger hinnehmen wollen, dass Kriege täglich hunderte Menschen vertreiben und töten, vor allem im globalen Süden. Die deutsche Regierung, die Bundeswehr, sowie die Deutsche Wirtschaft mischen dabei vor allem mit Rüstungsexporten ordentlich mit.

… weil es nicht sein darf, dass Menschen im Mittelmeer ertrinken und die, die es nach Deutschland schaffen, entrechtet, ausgegrenzt und angegriffen werden.

… weil wir uns gegen Lagerunterbringung, Abschiebungen und Behördenschikanen einsetzen.

… weil wir alle das gleiche Recht auf Gesundheitsversorgung, Bildung und Wohnraum haben.

… weil wir nicht länger zusehen, wenn weltweit die Natur derart zerstört wird, dass es unser aller Leben gefährdet. Deutsche Unternehmen sind verantwortlich für die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen in vielen Teilen der Welt. Der Frauen*streik ist auch ein Streik für die Erhaltung der Umwelt und die nachhaltige Nutzung von natürlichen Ressourcen für alle!

… weil wir uns gegen rechte Politik und den Aufstieg rechter Parteien und Bewegungen stellen.

… weil wir uns gegen Gesetze wehren, die uns ungleich machen, trennen und kriminalisieren.

… weil wir nicht länger in Frauen und Queers* mit oder ohne deutschen Pass, in Migrantinnen* und Deutsche, spalten und gegeneinander ausspielen lassen.

Wir bestreiken am 8. März unwürdige Zustände, indem wir

… nicht zur Arbeit gehen.

… die Hausarbeit liegen lassen.

… andere nicht umsorgen und nicht für alle mitdenken.

… nicht zur Schule, Berufsschule oder Hochschule gehen.

… uns versammeln, austauschen und Pläne für unsere Zukunft schmieden.

… solidarisch mit allen streikenden Menschen sind.

Wir werden uns gegenseitig dabei unterstützen, dass wir alle an diesem globalen Streik teilnehmen können. Unsere Aktionen sind vielfältig! Redet mit euren Kolleg*innen, Freund*innen, Nachbar*innen, Müttern, Großmüttern, Tanten und Schwestern! Werdet gemeinsam aktiv! Sammelt Euch, lernt einander kennen, hört einander zu! Lasst uns Streik-Komitees an allen Orten gründen! Dies ist der Beginn einer wachsenden Bewegung!

Wir sind

… viele sehr unterschiedliche Frauen und Queers* aus verschiedenen Kontexten. Wir haben unterschiedliche soziale und kulturelle Erfahrungen. Wir haben vielfältige Körper, Fähigkeiten und Lebensgeschichten. Manche von uns leben hier schon lange, manche von uns sind vor kurzem angekommen. Manche von uns gehen zur Schule oder sind in der Ausbildung, manche von uns sind von Hartz IV betroffen, manche von uns beziehen Sozialleistungen oder Rente, manche von uns erhalten gar nichts und viele arbeiten in verschiedenen Berufen. Was uns vereint ist die Kraft unsere entlohnte und nicht-entlohnte Arbeit niederzulegen!

Frauen und Queers* auf der ganzen Welt rufen: Wir streiken!

Schließ Dich an!

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* Das Sternchen soll verdeutlichen, dass es sich bei Geschlecht um ein Spektrum vielfältigster Geschlechtsidentitäten, Körperlichkeiten und Ausrucksweisen handelt.